Niemand

Niemand weiss, wo ich war. Niemand fragt. Niemand bricht auf, den Bergen entgegen, wenn ich von einem Aufstieg zurückkehre nicht. Eine Lawine ist wie flüssiger Beton, der über dich wandert. Und Feuerwerkskörper in deinem Mund und gezündet, sie retten dich nicht.

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December 31st, 2010 by Thomas Josef Wehlim

So habe ich

So habe ich, sollte all dies sich ereignen, ein paar hübsche Kurzgeschichten geschrieben. Zwei Romane. Essigfässer mit Lyrik. Skizzen zu Siehst-du-den-Mann-da? Ich kenne die Unendlichkeits-Planungen der Dämonen nicht. Doch werden sie mich nicht zu berücksichtigen wissen.

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December 30th, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Biorhythmus

Im Hellen aufgestanden. Und alle Dunkelheit ist fern. Wo ist Ihre Division? Sie trat an, ohne Glauben, ohne Hoffnung. Sie ging zugrunde, im Tanz der Abpraller. Ich sagte dir an, den lieben Advent.

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December 28th, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Zettelwirtschaft

Zettelwirtschaft wie immer: Handy aufladen mit 56211. Das Böse kennt kein Motiv. Eines Tages, einer Zeit. Tschaikowsky war der vorletzte Autodidakt. Wir trauern um TJW. Ich zähle die Katzen nicht mehr, die in meiner Wohnung verhungern.

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December 27th, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Schnee

Siehst du all diesen Schnee? Sie schickten ihn uns, als wir schliefen, Kinder erzeugten, jenseits all dieser Freude. Die im Erdgeschoss bekommen die Türen nicht auf. Die im Obergeschoss sehen versunkene Welten. Meine Mailbox ist eine Leichenhalle.

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December 26th, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Es liegt ja

Es liegt ja all dies ausserhalb meiner Hände. Ich bin machtloser als ein Kaiser auf einer Nussschale im Ozean. Ich suche in den Archiven nach meinem eigenen Tod. Einreichungszwang unkontrollierbar. Es ist gut, dass sie mich ablehnen. Es ist gut, dass sie mich annehmen. Meine Romane löschen sich vom letzten Zeichen aus wieder am Bildschirm.

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December 25th, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Wir fahren

Wir fahren in den Tod hinein. Es gibt gar keine andere Möglichkeit. Mit einem Auto voller Andenken, und ohne jedes Benzin. Ein Rettungsseil passt nicht in die Handtasche. Du kannst nur die Glaskapsel im Mund halten, um sie zu zerbeissen, dann, wenn aller Schmerz uferlos wird. Und die Helfer, die dich bergen, werden nach Mandeln […]

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December 24th, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Ich bin

Ich bin ein Non-Adressat. Kein Brief, kein Anruf geht jemals an mich. Sie löschten meine Adresse, bevor es sich auswirkte. Sie verachten mein Schreiben. Ich kann kein Kind sehen. Ich kann nur die Gnade anbetteln um diesen einen Moment.

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December 23rd, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Wo

Wo soll ich noch schauen? Es gibt keine Plätze mehr für mich. Keine Löcher, keine Parkbänke, keine Milde. Sie übergossen die Gnade und zündeten sie an. Sie schlugen mich, bis ich schrie: Mehr. Ich werde der Text in meinen Romanen. Und Text brennt so wunderbar.

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December 21st, 2010 by Thomas Josef Wehlim

Geiselhaft

Du befindest dich ja ganz aussichtslos in Geiselhaft. Deine Augen. Dein Mund, der ein Schlitz in einem Sack ist. Und alles ist ein Rondell. Es kommt einer, der deine nicht mehr vorhandenen Zähnen ausschlägt. Sodann einer, der dir lieb zu spricht, dich tröstet, dich streichelt. Du weisst seit Jahren: Nicht Gnade ist es, sondern Plan. […]

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December 20th, 2010 by Thomas Josef Wehlim